Gewaltprävention

Gewaltprävention, Sicherheits-, Selbstverteidigungs und Selbstbehauptungstraining

Kennzeichen eines guten Sicherheits-/ Gewaltpräventionstrainings:

Der Deutsche Kinderschutzbund hat folgende Gütekriterien für gute Gewaltpräventions- und Sicherheitskurse erarbeitet: 

     

  • Das Training findet in einer "geschützten Atmosphäre" statt 
  • Der Veranstalter erklärt das Konzept und geht auf Fragen ein
  • Idealerweise gibt es vorab eine Informationsveranstaltung bzw einen Elternabend 
  • Die Inhalte des Trainings sind altersgerecht aufbereitet und werden spielerisch umgesetzt 
  • Alles was im Training stattfindet ist freiwillig
  • Es geht es primär um die Stärkung der Selbstsicherheit und der Selbstbehauptung, nur sekundär geht es um Selbstverteidigungstechniken 
  • Die vermittelten Lösungsstrategien sind realistisch
  • Die Trainer haben Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und sind pädagogisch geschult
  • Bei jeder Trainingseinheit muss ein Erziehungsberechtigter anwesend sein
Wing Tai Kids Safety Skills - DAS Sicherheitstraining an Schulen und anderen sozialen Einrichtungen

Altersklassen:

- Vorschulkinder 

- Grundschüler 

- Kinder und Jugendliche ab der 5ten Klasse bis zur Oberstufe

Setzen sie sich einfach mit uns in Verbindung. Wir machen ihnen ein auf ihre  individuellen Bedürfnisse angepasstes Angebot.

Kontakt

David gegen Goliath – Selbstbehauptung gegenüber Erwachsenen

Seriöse Selbstverteidigungslehrer und Anbieter von Sicherheitskursen machen Kindern nicht vor, dass sie sich nach einem Kurs auf physischer Ebene erfolgreich gegen Erwachsene verteidigen können. Deshalb sprechen wir in diesem Zusammenhang nur von Selbstbehauptung. Wir setzen vielmehr darauf selbstsicheres Auftreten zu schulen und eine realistische Selbsteinschätzung zu vermitteln. Im Ernstfall ist Flucht die einzige realistische Verhaltensweise die Schutz gegen Übergriffe durch Erwachsene bietet. Die Flucht aus gefährlichen Situationen ist keineswegs immer eine leichte Aufgabe, vor allem dann, wenn gegriffen und gepackt wird. Ein regelmäßiges und systematisch aufgebautes Training ist hier notwendig.

Starke und selbstbewusste Kinder brauchen keine Gewalt auszuüben um stark zu sein – Selbstverteidigung gegenüber Gleichaltrigen

Bei der Selbstverteidigung und Selbstbehauptung gegenüber gleichaltrigen Kindern setzen wir zunächst auf Deeskalation. Täter suchen Opfer und keine Gegner, deshalb ist es auch in diesem Bereich wichtig durch die richtige Körpersprache „Anti-Opfersignale“ zu senden. Wir unterrichten aber auch körperliche Selbstverteidigungstechniken, die das Selbstvertrauen stärken. Wichtig ist uns klar zu machen, dass diese Mittel nur zur Anwendung kommen, wenn eine Situation sich nicht mehr auf anderem Wege lösen lässt. 

Gewaltprävention und Antiaggressionstraining

In verschiedenen Rollenspielen lernen die Kinder welche Arten (psychische/seelische, physische/körperliche, Vandalismus/ Gewalt gegen Dinge) von Gewalt wir unterscheiden können und welche Wirkung sie auf die Opfer haben. Ziel ist es zu erkennen, dass Gewalt zu nichts nutze ist außer den anderen zu schädigen und welche Wege es gibt konstruktiv mit Aggressionen umzugehen.

Unser Sicherheitskonzept beruht auf drei Säulen

1) Selbstbewusstsein und Willensstärke fördern:

Die größte Herausforderung ist nicht auf der Straße um Recht oder Leben zu kämpfen, oder sich auf dem Spielplatz gegen größere Schlägertypen zu verteidigen. Viel wichtiger ist den Kampf gegen den „inneren Gegner“ zu gewinnen, gegen den kleinen Mann im Ohr der uns sagt:

-        „Ich bin nicht so schlau wie Bernd. Deshalb brauche ich mich auch erst gar nicht anzustrengen“.

-        „Ich verstehe nicht was der Lehrer erklärt und außerdem interessiert es mich ohnehin nicht“.

-        „Ich wäre gern genauso schön, stark, beliebt, begabt & schlau wie Klaus“.

-        „Warum ärgert der mich immer so? Ich bin ein hilfloses Opfer“.

-        „Ich kann niemandem von meinen Sorgen erzählen, weil ich mich hierdurch lächerlich machen würde und keiner Verständnis für mich und meine Sorgen hat“.

-        „Ich will Mama und Papa nicht enttäuschen“.

-        „Das schaffe ich nie“.

-        Viele Kinder erzählen nicht einmal ihren Eltern was sie bedrückt, ängstigt, ausbremst, sorgt….

à Natürlich ist ein Selbstbehauptungskurs nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn es darum geht, ein schüchternes Kind selbstbewusst und stark zu machen. Wichtigste Keimzelle ist hier, wie bei allen anderen Sozialfähigkeiten, Tugenden und Charaktereigenschaften zunächst das Elternhaus und später die Schule. Leider wird auch in der Schule den Kindern manchmal vermittelt, dass Sie dies oder jenes nicht können und deshalb nicht so „wertvoll“ sind wie andere Kinder, die beispielsweise in Sport oder Mathematik bessere Noten haben. Man wächst im Kindesalter vor allem an Aufgaben, die man erfolgreich bewältigen konnte und nicht an solchen bei denen man versagt hat. Erst später, im Jugend- und Erwachsenenalter, können auch Niederlagen dazu motivieren über sich selbst hinaus zu wachsen.

Grenzen kennen und ziehen: Stimme und Körpersprache - wichtige Mittel der Selbstbehauptung.

Die Fähigkeit, Grenzen zu kennen und zu setzen, Bedürfnisse klar zu äußern und deutlich „Nein!“ zu sagen ist Voraussetzung für eine effektive Selbstbehauptung. Wie wichtig es ist die Stimme als Mittel der Selbstbehauptung einzusetzen ist zwar allgemein bekannt, deswegen aber keinesfalls einfach. Vor allem schüchterne Kinder müssen dies regelmäßig üben. Ein Kurs kann hier informieren und „den Stein ins Rollen bringen“. Sinnvoll ist aber, dass dieser Schwung mitgenommen wird, man „am Ball bleibt“ und weiter übt. Mindestens genauso wichtig wie im Vorfeld „Nein!“ zu sagen, ist das Reden mit den Eltern oder anderen Vertrauenspersonen und zwar ganz besonders dann, wenn trotz aller Präventivmaßnahmen ein negatives Erlebnis gemacht wurde.

2) Gefahren richtig einschätzen lernen und Achtsamkeit im Alltag

Problembewusstsein schaffen  und Sensibilisierung für das Thema „Sicherheitstraining“

Ein Sicherheitstraining ist i.d.R. das Anliegen der Eltern und meist kein Bedürfnis der Kinder, es sei denn sie haben schon schwerwiegende negative Erlebnisse gemacht. Sollte Ihr Kind ein schwerwiegendes negatives Erlebnis gemachten haben, bitten wir Sie darum uns im Vorfeld darüber zu informieren. Die erste größte Herausforderung besteht darin, den Kindern klar zu machen, wieso ein Sicherheitstraining überhaupt sinnvoll, interessant und gewinnbringend für sie sein kann. Hier hat sich immer wieder gezeigt, dass ein behutsames Vorgehen wichtig ist, um sensible Kinder nicht zu verängstigen. Die Häufigkeit mit der die „Horrorszenarien“, die viele Eltern im Hinblick auf dieses Thema oft im Kopf haben auftreten, ist bei weitem nicht so groß wie man vielleicht vermutet. Außerdem ist nichts gewonnen, wenn man die Kinder verängstigt. Verängstigung ist Konterproduktiv denn sie schmälert das Selbstvertrauen.

Gefahren verhindern bevor diese entstehen.

Nur wer aufmerksam und mit allen Sinnen durch die Welt geht, kann etwaige Gefahren bereits im Vorfeld erkennen und vermeiden. Bewusstes Wahrnehmen und richtiges Einschätzen von Situationen, sind die Voraussetzungen dafür antizipieren zu können wie sich eine Situation entwickeln wird. Rollenspiele helfen dabei diese Fähigkeiten auszubilden, denn gerade Kinder lernen am Beispiel am besten und nachhaltigsten. So können sinnvolle Verhaltensregeln ganz beiläufig erlernt werden. Im Rollenspiel kann man erleben wie Situationen sich entwickeln, so dass man ein Gespür dafür bekommt wann es brenzlig wird. Wichtig ist aber auch für uns Erwachsene zu wissen, dass im Prinzip auch das „echte Leben“ nichts anderes ist als ein Rollenspiel. Ich kann einem Kind hundertmal sagen und erklären warum man nicht bei Rot über die Ampel gehen soll. Wenn ich als Erwachsener es nur einmal falsch vormache, hinterlässt das einen tieferen und nachhaltigeren Eindruck als alle „graue Theorie“. Dasselbe gilt natürlich für alle anderen Verhaltensweisen, bei denen das was ich sage und das was ich tue im Widerspruch stehen. Kinder werden sich zunächst immer am Vorbild (an dem was ich tue) und nicht an der Theorie (an dem was ich sage) orientieren.

3) Fluchtverhalten als Survival Trait -  das Wing Tai Flowfighter-Konzept

Vor allem große Vorsicht und ein ausgeprägtes Fluchtverhalten haben das Überleben der frühen Menschen ermöglicht. Wer schlecht bewaffnet ist und in einer Umwelt mit gefährlichen Tieren lebt, muss zwangsläufig achtsam und jeder Zeit zur Flucht bereit sein oder er ist „Futter“. Fluchtverhalten ist demnach seit jeher die wichtigste Überlebensstrategie für Schwächere. Bei akuter Gefahr stehen zu bleiben und das Problem erst mal auf sich wirken zu lassen ist kein guter Ansatz. Handlungsfähigkeit und Mobilität (im Gegensatz zu Schockstarre) haben im Ernstfall oberste Priorität. In diesem Sinne ist einer unserer Leitsätze - „Wer steht der stets verliert“ - zu verstehen. Wir vermitteln ein ausgeklügeltes Bewegungskonzept, bei dem das oberste Prinzip ist nicht zu fassen zu sein, Griffe so schnell wie möglich zu lösen und zu fliehen. Wichtig ist aber so zu fliehen, dass man möglichst den Überblick behält und dadurch handlungsfähig bleibt. 

Unterschiede zu anderen Anbietern

Was unterscheidet das Wing Tai Flowfighter Konzept von anderen Anbietern? Warum Tritte als Verteidigungsmittel nicht die erste Wahl sein können:

Leider unterrichten viele Kursanbieter völlig ungeeignete „Techniken“. Wenn die Lösung, die man bietet aus einem Tritt - wahlweise ans Schienbein oder die Genitalien -, umdrehen und weglaufen besteht, kann von einem Konzept oder Verhaltenstraining nicht die Rede sein. Manche Kursleiter empfehlen gar, dass sich die Kinder auf den Boden werfen und treten sollen. Leider reichen die Tricks für Kinder häufig nicht sehr weit oder man empfiehlt das, was man auch Erwachsenen in derselben Situation empfiehlt, ohne jedoch die unterschiedlichen Körperverhältnisse zu berücksichtigen. Die genannten Tricks - an deren Wirksamkeit die Anbieter offensichtlich selbst nicht glauben  - mit dem   Hinweis zu rechtfertigen, dass man der Meinung ist, dass Kinder sich ohnehin nicht gegen Erwachsene verteidigen können zeugt davon, dass man wirklich keine Handlungsalternativen zu bieten hat, von denen man überzeugt ist.

Wir sind der Meinung, dass ein Erwachsener sich nicht einfach so in die Genitalien treten lässt. Außerdem wird ein Tritt, selbst wenn er einigermaßen ans Schienbein, oder in die Genitalien trifft einen Erwachsenen nicht außer Gefecht setzen, sondern ihn im Gegenteil eher wütender machen. Die beiden entscheidenden Nachteile von Tritten sind aber, dass wertvolle Zeit vergeht, in der das Kind stehen bleibt anstatt die Zeit zur Flucht zu nutzen und dass man beim Treten viel leichter sein Gleichgewicht verliert und zu Boden geht. 

Kampfkunsttraining ist dazu geeignet die Gewaltbereitschaft von Kindern und Jugendlichen zu vermindern und ihren Charakter zu festigen.


1. Einleitung: Elisa, 7 Jahre, Mobbingopfer


Vor ein paar Wochen kam im Rahmen meiner Trainertätigkeit in der Missing-Link Kampfkunstschule in Aschaffenburg eine Mutter auf mich zu. Ihre Sorge galt ihrer Tochter, die von manchen Mitschülern wegen ihrer geringen Körpergröße gehänselt wird. Ganz unterschwellig und leise, wenn sie z.B. ein Blatt nach vorne zur Lehrerin bringt und an dem Tisch der besagten Mitschüler vorbeiläuft würden sie ihr unschöne Dinge zuflüstern. Stets so, dass die Lehrerin es nicht mitbekommt. Das Mädchen geht in die dritte Klasse einer Grundschule eines Vorortes von Aschaffenburg. Sie ist sehr aufnahmefähig und wissbegierig, freundlich und im KungFu Training stets gut gelaunt. In der Schule ließe sie sich den Schmerz der Hänseleien nicht anmerken, aber zu Hause würde es, der Aussage der Mutter nach, sie übermannen und ihre
Verletztheit in Tränen aus ihr herausströmen. Medientauglich wäre dieser Fall sicher nicht. In das Blickfeld der Öffentlichkeit geraten hauptsächlich schwerere Delikte, Amokläufe an Schulen, das Drehen und Verbreiten von sogenannten „Snuff-Videos“ oder „Happy Slapping“ Überfälle. Doch was kann getan werden um das Entstehen massiver Gewalttaten zu unterbinden? Sollte die Gewaltbereitschaft von Kindern nicht schon von Klein auf unterbunden und den
potenziellen „Tätern“ und „Opfern“ Wege aufgezeigt werden auch ohne Gewalt auszukommen? Genau das will die Gewaltprävention leisten. Psychologen, Pädagogen, Mediziner, Polizisten, kirchliche Träger und soziale Einrichtungen haben sich ähnliche Fragen gestellt und Gewaltpräventionsprogramme erarbeitet. Viele dieser Programme haben längst Einmarsch in die Institution Schule und Kindergärten genommen. Überrascht hat mich die Fülle an unterschiedlichen Programmen und Konzepten, die bei mir den Eindruck erwecken, das „non plus ultra“ noch nicht gefunden zu haben – würde sich dieses nicht sonst durchsetzen und die anderen verdrängen? Vielleicht liegt dies jedoch momentan an der ungenügenden und schwierigen Aufgabe der Evaluation der einzelnen Programme. Im Bereich Schule lassen sich je Bundesland bereits einige Gewaltpräventionsprogramme herauskristallisieren, die verstärkt und schulübergreifend eingesetzt werden.
In vorliegender Arbeit werde ich nun zunächst verschiedene Begrifflichkeiten mit dem Ziel eines besseren Verständnisses definieren. Im Anschluss werde ich einzelne Gewaltpräventionsprogramme für Schulklassen herausgreifen, die im Bundesland Hessen an Schulen eingesetzt werden und näher beleuchten. Im Anschluss möchte ich den Bezug zu meiner Trainertätigkeit in der Kampfkunstschule ziehen, Erfahrungen schildern und hinterfragen in welchem Rahmen Gewaltpräventionsprogramme auch beim Training des Tiger & Dragon KungFu oder ähnlichen Kampfsportarten aufgenommen werden könnten.

 


2. Gewaltprävention, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung


Als erstes möchte ich die Begrifflichkeiten Gewaltprävention, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung voneinander unterscheiden, da diese im Volksmund oft fälschlicherweise synonym verwendet werden.

 


2.1. Gewaltprävention


Bei der Gewaltprävention soll, wie das Wort selbst schon sagt, Gewalt vermieden werden bevor sie entsteht. Nach Philip Streit vereint das Wort ‚Gewalt’ heute drei nebeneinander stehende Bedeutungen: „(1) körperliche Kraft und Stärke, (2) verletzende Gewalttätigkeit und (3) Macht oder staatliche Gewalt.“1 Im Rahmen dieser Arbeit soll nicht näher auf die staatliche Gewalt eingegangen werden. Christina Zitzmann spricht von Gewalt, „wenn eine körperlich/sozial stärkere eine körperlich/sozial schwächere Person angreift, bedroht oder schädigt. D.h. mit Gewalt geht zudem körperliche oder psychische Macht einher. Die Angriffe gegenüber anderen Personen können sich direkt in Form psychischer bzw. körperlicher Gewalt oder aber indirekt durch strukturelle Gewalt äußern.“2
Eine ähnliche Definition gibt auch die WHO. Sie definiert Gewalt als „der absichtliche Gebrauch von angedrohtem oder tatsächlichem körperlichem Zwang oder physischer Macht gegen die eigene oder eine andere Person, gegen eine Gruppe oder Gemeinschaft, der entweder konkret oder mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Verletzungen, Tod, psychischen Schäden, Fehlentwicklungen oder Deprivation führt.“3 In der Schule beinhaltet Gewalt nach Klaus Hurrelmann „das Spektrum von vorsätzlichen Angriffen auf die körperliche, psychische und soziale Unversehrtheit, also Tätigkeiten und
Handlungen, die physische und psychische Schmerzen oder Verletzungen bei Schülern und Lehrern innerhalb und außerhalb des Unterrichtsbetriebs zur Folge haben können. Gewalt in der Schule umfasst auch Aktivitäten, die auf die Beschädigung von Gegenständen im schulischen Raum gerichtet sind.“4 Hier ist also auch von Vandalismus die Rede. Gewaltprävention will also destruktive Gewalt verhindern bevor sie entsteht, um später Kosten zu sparen bzw. Schlimmeres zu verhindern. Wie diese Vorbeugung jedoch genau auszusehen hat ist nicht allgemein definiert und deshalb findet man auch verschiedene Ansätze und eine Vielzahl von unterschiedlichen Gewaltpräventionsprogrammen. Andreas Schick unterscheidet des Weiteren zwischen Gewaltpräventions- und Lebenskompetenzprogrammen. Während die meisten deutschsprachigen Gewaltpräventionsprogramme für Schulklassen zur Prävention von gewalttätigem und aggressivem Verhalten entwickelt wurden, zielten die Lebenskompetenzprogramme in ihrer ursprünglichen Version auf einen adäquaten Umgang mit Substanzmitteln ab. Mittlerweile finden auch Lebenskompetenzprogramme als Gewaltpräventionsprogramme ihre Anwendung. In vorliegender Arbeit wird kein Unterschied zwischen Lebenskompetenzprogrammen und Gewaltpräventionsprogrammen gemacht.

 


2.2. Selbstbehauptung


Das Institut für Gewaltprävention, Selbstbehauptung und Konflikttraining (I-GSK) definiert Selbstbehauptung als „die Fähigkeit, sich in grenzüberschreitenden Situationen der eigenen Grenzen bewusst zu sein und diese deutlich machen zu können.“5 

Somit schafft die Selbstbehauptung eine Grundvoraussetzung, sich bei Grenzverletzungen richtig zu Verhalten und sich folglich vor sexueller Gewalt zu schützen. Durch frühzeitiges Wahrnehmen und Einsetzen der Selbstbehauptungstechniken lassen sich grenzüberschreitende Situationen meist ohne Einsatz körperlicher Abwehrtechniken in den Griff bekommen.

 


2.3. Selbstverteidigung


Unter Selbstverteidigung versteht man nach dem I-GSK „die Fähigkeit, sich oder andere in Notwehr-/ Nothilfesituationen körperlich zu verteidigen.“6 Durch das Bewusstsein sich in grenzüberschreitenden Situationen oder Übergriffen körperlich zu Wehr setzten zu können, steigert sich natürlich das eigene Selbstbewusstsein. Somit nimmt diese Fähigkeit Einfluss auf die Fähigkeit der Selbstbehauptung. Deshalb findet man bei öffentlichen Anbietern meist eine Kombination von Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungstraining. Lernziele sind meist die Vermittlung eines besseren Körpergefühls, Stärkung von Selbstsicherheit und Ich-Stärke und einfache Selbstverteidigungstechniken. Leider werden an dieser Stelle oft Tricks gezeigt und unterrichtet, deren Effektivität ungeübt und im Notfallstress kaum angewendet werden können.

 


3. Einschlägige Gewaltpräventionsprogramme in Hessen


Während meiner Literaturrecherche ist mir eine Vielzahl unterschiedlicher schulischer Gewaltpräventionsprogramme begegnet, die in Deutschland bzw. Österreich bereits Anwendung gefunden haben bzw. immer noch genutzt werden. Dazu zählt das „Sozialtraining in der Schule“ und das „Trainingsprogramm mit aggressiven Kindern“ nach Petermann, das „Konflikttraining“ nach Gordon, das „Coolness-Training“, das „Streit-Schlichter-Programm“ nach Walker bzw. Jefferys/Noack (Peer mediation), das Programm „Soziales Lernen“ nach Lerchenmüller, die „Trainingsraum-Methode“ nach Bründel und Simon, das Programm „Eine Welt der Vielfalt“ oder „Batzavta“ und viele mehr.
Spezielle Gewaltpräventionsprogramme für Kindergartenkinder bzw. Schülerinnen und Schüler der ersten vier Klassenstufen sind z.B. das Programm „FAUSTLOS“, „Eigenständig werden“, das „Streit-Training“ nach Schwarzhans, das Programm „Fit Kids“ von Ernesto Plantera oder das Mentorenprogramm „Balu und Du“.
Für Schülerinnen und Schüler der höheren Klassenstufen findet man die Programme „Prävention im Team“ kurz PiT, „Fit for Life“, das Lions-Quest Programm „Erwachsen werden“, das Programm „Alltagshelden“, das „buddY-Programm“ sowie das Programm „Soziales Lernen“. Im folgenden Teil sollen aus der Vielzahl an Gewaltpräventionsprogrammen einige ausgewählt und kurz vorgestellt werden. 

 


3.1. FAUSTLOS


FAUSTLOS basiert auf dem amerikanischen Konzept „Second Step“ und ist ursprünglich ein Gewaltpräventionsprogramm für die Grundschule bzw. den Kindergarten. Seit Mai 2011 gibt es das lang ersehnte Faustlos-Programm auch für die Sekundarstufe.8 Mit dem Curriculum für die Sekundarstufe liegt nun mit FAUSTLOS ein Konzept vor, mit dem die Kinder ab dem Kindergarten fortlaufend gefördert werden können. Dem Entwicklungsstand der Kinder und Jugendlichen entsprechend stehen unterschiedliche, ihrem alter angemessene Materialien zur Verfügung. Das Ziel ist es den Kindern und Jugendlichen Strategien zu vermitteln, die es ihnen ermöglichen Konflikte gewaltfrei lösen zu können.
Die Curricula von FAUSTLOS sind jeweils in drei Einheiten untergliedert: I. Empathieförderung, II. Impulskontrolle bzw. Problemlösung und III. Umgang mit Ärger und Wut. Diese Einheiten gliedern sich wiederum in Lektionen, die über einen bestimmten Zeitraum im Klassenverband unterrichtet werden. Das Programm für den Kindergarten umfasst 28 Lektionen, das für die Grundschule 51 und für die Sekundarstufe liegen 31 Lektionen vor. Diese 31 Lektionen des Sekundarstufen-Programms sollen beispielsweise am besten über drei bis vier Jahre, vorzugsweise ab der 6. oder 7. Klasse, durchgearbeitet werden. Schritt für Schritt setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit sozialen und emotionalen Kompetenzen auseinander und erweitern so ihr Repertoire an gewaltpräventiven Verhaltensweisen. Die Wissensvermittlung setzt sich aus kognitivem Lernen (3 Themenbereiche) mit Hilfe von Arbeitsblättern, Gruppendiskussionen, etc. und aktivem Erfahren in Form von Rollenspielen zusammen. Teilweise gehören auch Videosequenzen zum Material dazu. Die Einheit der Empathieförderung wird als wichtigster Bestandteil und als Grundlage des Gewaltpräventionsprogramms gesehen. Um die Empathiefähigkeit der Kinder zu entwickeln bzw. zu verbessern, sollen sie z.B. Anhaltspunkte zur Identifikation von Gefühlen kennen lernen, erfahren, dass unterschiedliche Menschen verschiedene Gefühle in Bezug auf die gleiche Sache haben können und versuchen Gefühle und Reaktionen von anderen vorherzusagen. Die Rollenspiele eignen sich bei der Empathievermittlung als beste Methode, weil die Kinder dabei in die Haut einer anderen Person schlüpfen und sie somit lernen die Perspektive von anderen zu übernehmen. Im Rahmen der Einheit Impulskontrolle erhalten die Kinder eine Problemlösestrategie an die Hand, die fünf Schritte beinhaltet: „1. Schritt: Was ist das Problem? 2.Schritt: Was kann ich tun? 3. Schritt: Frag dich bei jeder Lösung: Ist sie ungefährlich? Wie fühlen sich die Beteiligten? Ist sie fair? Wird sie funktionieren? 4. Schritt: Entscheide dich für eine Lösung und probiere sie aus. 5. Schritt: Funktioniert die Lösung? Wenn nicht was kannst du jetzt tun?“9
In den Lektionen dieser Einheit findet man eine Reihe von fiktiven Problemsituationen, mit denen die Problemlöseschritte geübt werden können. Auch hier nehmen Rollenspiele eine exponierte Stellung ein. Der letzten Einheit liegt die Annahme zu Grunde, dass Ärger und Wut nicht das Problem sind, sondern die destruktiven Verhaltensweisen, die aus ihnen resultieren. Deshalb sollen die Kinder lernen ihre negativen Gefühle selbst zu regulieren. Sie sollen lernen sich zu beruhigen, statt in Konfliktsituationen aus dem Affekt zu reagieren. Die Strategie, die den Kindern dabei vorgestellt wird sieht folgendermaßen aus: „1. Wie fühlt sich mein Körper an? 2. Beruhige dich: Hole dreimal tief Luft. Zähle langsam rückwärts. Denke an etwas Schönes. Sage „Beruhige Dich“ zu dir selber 3. Denke laut über die Lösung des Problems nach. 4. Denke später noch einmal darüber nach.“10

Die Strategie setzt sich aus einer Kombination von Problemlöseschritten und Beruhigungstechniken zusammen. Als Hilfsmittel bietet sich an ein Plakat mit den einzelnen Schritten zu gestalten und dieses im Klassenzimmer gut sichtbar aufzuhängen.

 


3.2. Das buddY-Programm

Wie auch in FAUSTLOS geht es im buddYProgramm darum soziale Kompetenzen wie Empathie, Konflikt- und Kooperationsfähigkeit zu fördern. Im Vergleich bietet das buddY-Programm jedoch eine völlig andere Herangehensweise, nämlich eine schülerorientierte. Das buddY-Projekt wurde von der Vodafone Stiftung 1999 initiiert und gefördert. Seit 2005 wird dieses Programm vom buddY E.V. stetig weiterentwickelt und bundesweit verbreitet. In Kooperation mit dem Kultusministerium ist das buddY-Projekt im Sommer 2006 in Hessen eingeführt worden. Auch in anderen Bundesländern (siehe Abbildung1.) findet das Projekt seine Anwendung. Das Ziel des buddY-Programms ist es „Kinder und Jugendliche stark [zu] machen und eine positive Umgangs-, Lehr- und Lernkultur in Schulen [zu] entwickeln.“11 Die Schülerinnen und Schüler sollen unter dem Motto „Aufeinander achten. Füreinander da sein. Miteinander lernen“. Verantwortung für sich und andere übernehmen und im Schulalltag soziale, emotionale und kognitive Kompetenzen erwerben. Das pädagogische Konzept des buddY-Programms basiert auf vier Säulen: 1. Peergroup Education (Gleichgesinnte/-altrige lernen von-, fürund miteinander, sie stehen somit im Wechselseitigen Austausch und erweben dadurch soziale Kompetenzen), 2. Lebensweltorientierung (das Programm orientiert sich an den
Bedürfnissen und Interessen der SchülerInnen und bindet diese aktiv in die Mitgestaltung ein), 3. Partizipationsmöglichkeit (jeder soll an den Projekten beteiligt sein) und 4. Selbstwirksamkeit (die Schülerinnen und Schuler sollen - als Grundlage für die Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls - erfahren, dass sie mit ihrem Engagement und Know-how etwas bewirken können). Basis des Programms bildet das buddY-Audit. Der Begriff Audit kommt von dem lateinischen Wort „audire“ und bedeutet „hören“. Unter dem buddY-Audit versteht man also eine „Anhörung“ und ein „zu-Wort-kommen“ der Jugendlichen, die gemäß dem Grundsatz der Schülerorientierung als Experten für ihre eigenen Belange angesehen werden. Auf dieses buddY-Audit wird das von Schule zu Schule unterschiedliche Praxisprojekt aufgebaut. Dem zu Folge ist die Bandbreite an buddY-Projekten groß. Beispiele wären eine „AG buddY-Nachhilfe“ ins Leben zu rufen, „Pausenhof-buddYs“, „Streitschlichter buddYs“ oder „Schülerlotsen-buddYs“ zur Unterstützung des Schulalltags zu initiieren. Die Bedarfserhebung richtet sich an die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I und wird in drei Schritten durchgeführt. In einem ersten Schritt werden die Schülerinnen und Schüler gebeten mit Hilfe eines anonymen Fragebogens die Situation an ihrer Schule einzuschätzen und Verbesserungsvorschlägen zu geben. Im zweiten Schritt werden die vom Lehrer/von der Lehrerin ausgewerteten Bögen gemeinsam ausgewertet. Die von den Schülerinnen und Schülern genannten positiven und negativen Punkte der momentanen Schulsituation werden an der Tafel gesammelt, wobei ein Augenmerk besonders auf die Schwächen der Schule gerichtet werden soll. In einem dritten Schritt werden die gesammelten Aspekte nach ihrer Dringlichkeit und Wichtigkeit sortiert. Anwendung findet das buddY-Projekt nach dem Abschlussbericht des DIPF überwiegend in den Bereichen des Helfens und des Lernens.Die meisten buddY-Projekte werden dabei in den Pausen umgesetzt. Nur wenige Projekte wurden im Unterricht selbst bzw. in außerschulischen Bereichen wie z.B. bei Klassenfahrten oder Schulfesten durchgeführt. Die Reichweite der Projekte umfasst fünf Bereiche: Helping, Learning, Coaching, Counceling und Mediation.

 


3.3. Prävention im Team – PiT


Hinter PiT verbirgt sich ein hessisches Projekt zur Gewaltprävention, dass im
Gegensatz zu den beiden anderen vorgestellten Programmen seine Stärke in
der Zusammenarbeit von Schule (LehrerInnen, SchülerInnen, Schulleitung, Elterngruppen), Polizei und Jugendhilfe sieht. Die Teamentwicklung steht, nach der inhaltlichen Vermittlung von individuell passenden Handlungsoptionen, die einen selbstbewussten, deeskalierenden Umgang mit Konfliktsituationen im öffentlichen Raum aufzeigen, im Mittelpunkt des Programms. Dem Programmliegt also ein Konzept des gewaltfreien Widerstandes in Bedrohungssituationen zu Grunde. Das Team, bestehend aus mindestens einer Polizistin/einem Polizisten, zwei Lehrkräften und einer/einem Angehörigen der Jugendhilfe wird gemeinsam ausgebildet und kooperiert meist über einen längeren Zeitraum eng miteinander. Schleswig Holstein gilt als Vorreiter des PiT-Programms und sammelte bereits 1996 erste Erfahrungen. Die Basis des hessischen PiT-Programms (PiT-Hessen) bildete das Trainingsprogramm „cool sein – cool bleiben“ und wendet sich an die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I (5.-10. Klasse aller Schulformen). „Cool sein – cool bleiben“ knüpft an die Lebenswelt und Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen an und vermittelt den Trainingsteilnehmern durch Rollenspiele „wie sich Gewaltspiralen in Gang setzen, wie Konflikte eskalieren oder wie man sie gewaltfrei lösen bzw. sich aus ihnen herausziehen kann.“ 13 Durch PiT wurde die Verantwortung für den Lernprozess des Präventionsprogramms auf verschiedene Akteure aufgeteilt, um die Chancen auf einen Synergieeffekt zu erhöhen und dadurch den Lernerfolg nachhaltiger zu steigern. Im Training mit den Jugendlichen ist es sinnvoll darauf zu achten, dass jedes Teammitglied in ihrer/seiner professionellen Rolle deutlich erkennbar wird, also der Polizist/die Polizistin beispielsweise als Experte für delinquentes Verhalten und rechtliche Belange verantwortlich ist, während der Vertreter der Jugendhilfe eher als Seelsorger fungiert, den man bei privaten schwierigen Fragen um Hilfe bitten kann. Über ein Schuljahr verteilt werden in regelmäßigen Abständen vom Team aufeinander aufbauende Projekte und Einzelstunden durchgeführt. Die inhaltliche Auseinandersetzung beginnt mit dem Phänomen Gewalt, beschäftigt sich intensiv mit der Dynamik von Gewaltsituationen, thematisiert Konflikteinstiegsszenarien und trainiert gelungene Konfliktausstiege mit dem Ziel die Sprachlosigkeit in Gewaltsituationen zu überwinden. Dabei nimmt die Methode des Rollenspiels eine zentrale Stellung ein. In den Rollenspielen sollen die TeilnehmerInnen in einer geschützten Trainingsatmosphäre Erfahrungen sammeln, wie man in Bedrohungssituationen mit Hilfe sprachlicher Mittel Widerstand leisten kann und sich letztendlich der Aggression des Anderen gewaltfrei entzieht. Dabei bietet das unter dem Slogan „Eh du, komm mal her“ konzipierte Szenarium einen guten Einstieg, um die bei Gewalt im öffentlichen Raum feststellbare  hänomene zu erarbeiten. 14
Ein wichtiges Instrument im PiT-Programm ist das Tagesjournal. „Alle Trainingseinheiten werden dahingehend abgeschlossen, dass jede Trainingsteilnehmerin/jeder Trainingsteilnehmer die Gelegenheit erhält, konkrete, persönliche und praktikable Handlungsstrategien in seinem persönlichen Trainingsjournal festzuhalten.“15 Außerdem bietet das Trainingsjournal Platz für Merksätze wie z.B. „Täter suchen Opfer – keine Gegner“,16 eigene Erfahrungen, Reflexion des eigenen Handelns, Erkenntnisse und vieles mehr. Auf eine Evaluation der vorgestellten Gewaltpräventionsprogramme soll an dieser Stelle bewusst verzichtet werden, da zum einen die Programme meist intern bewertet werden und somit die Aussagekraft schwindet, zum anderen - meines Wissens nach - keine vergleichbaren Langzeitstudien existieren.




4. Gewaltprävention im Rahmen vom Kampfkunsttraining am Beispiel des Tiger & Dragon KungFu

Im folgenden Teil soll ein Ansatz vorgestellt werden, wie Gewaltpräventionsprogramme im Rahmen des Kampfkunsttrainings, am Beispiel des Tiger & Dragon KungFu, in Kampfkunstschulen Einzug finden und umgesetzt werden können. Um dabei nicht den Bedenken bestehender Kritiker zu Verfallen, die der Meinung sind, dass man mit ergänzenden Angeboten aus dem Bereich des Kampfsports vorsichtig sein solle, da sonst die Botschaft der körperlichen Wehrhaftigkeit „hängen bliebe“,17 soll an dieser Stelle ein kleiner Einblick in die Welt der Kampfkunst gegeben werde.

 


4.1. Hintergrundinformationen Tiger & Dragon KungFu


Traditionell wurde im asiatischen Raum der Charakter eines Schülers getestet, bevor er von einem Meister in den Kampfkünsten unterrichtet wurde. Dabei wurde der Schüler meist mit dem Üben langweiliger Grundtechniken hingehalten, er wurde physischen sowie psychischen Schmerzen ausgesetzt und verschiedenen Prüfungen unterzogen, um zu sehen, wie er in schwierigen Situationen reagiert. Brachte er nicht die entsprechende Haltung mit (in Anlehnung an die Tugenden wie beispielsweise Geduld, Demut, Fleiß, etc.) oder konnte er sich selbst nicht zügeln und unter Kontrolle halten wurde er nicht in der Kunst des Kämpfens unterwiesen. Im asiatischen Raum wurde der Schüler, wenn er angenommen wurde quasi als Familienmitglied in die Familie des jeweiligen Lehrers aufgenommen und es entstand eine lebenslange Bindung. Die Kampfkunst - im Vergleich zum Kampfsport - diente hier auch nie dazu andere grundlos nur aus einem Gefühl der Überlegenheit heraus zu verletzen, sondern galt der Verteidigung und dem Schutz seiner Selbst und der Familie oder um sich aus Unterdrückung und Ausbeutung zu befreien. Heute hat sich das Unterrichten von Kampfstilen kommerzialisiert. Deshalb wird i.d.R.
unterrichtet wer den Beitrag bezahlt und körperlich anwesend ist. Trotzdem wird der Eigenschutz eines jeden Menschen sowie die soziale Verantwortung eines Kampfkunstlehrers soweit gehen, dass dieser nur denjenigen bestimmte Techniken und Trainingsmethoden zeigt, die damit auch entsprechend umzugehen wissen. Besonders im Kindertraining liegen die Ziele nicht etwa darin „kleine Kämpfer zu produzieren“, sondern eine allgemeine körperliche Fitness, Koordination und Beweglichkeit der Kinder zu trainieren, dabei das Interesse für die Kampfkunst zu wecken und auch die entsprechende Geisteshaltung und Einstellung dafür zu entwickeln.
Im T&D KungFu beginnt die Unterrichtsstunde stets fünf Minuten vor der ausgeschriebenen Zeit mit dem Üben einer Form, die die Kinder zum einen beruhigt und die zum anderen durch ihre Komplexität bewirkt, dass sich die SchülerInnen auf sich selbst konzentrieren. Die Tatsache, dass diese Form Prüfungsinhalt und ihr Können somit Voraussetzung für das Bestehen der nächsten Schärpe (des nächsten Rangs) ist, erzieht früher oder später die Eltern bzw. Kinder zur Pünktlichkeit. Beim Üben dieses Bewegungsablaufes spiegelt sich meist die innere Haltung der Kinder wider. Ebenso werden Charaktereigenschaften der SchülerInnen deutlich. Anschließend folgt eine kurze Meditation, bei der die Kinder mit geschlossenen Augen und aufrechter Körperhaltung im Kniesitz einige Sekunden verharren müssen. Der Klang des Gongs läutet die Trainingsstunde ein. Zu Beginn erfolgt stets eine kleine Verbeugung und das Erteilen des KungFu Versprechens, dass die Kinder mit der Zeit auswendig wissen. Mit diesem Versprechen geben wir uns das Wort im Training niemandem absichtlich zu verletzen, stets auf die Lehrer/Trainer zu hören und auch außerhalb der Kampfkunstschule das Gelernte nur im Notfall anzuwenden. Missachtungen und schwerer Missbrauch des KungFu führen zum Ausschluss vom Training. Der Tiger & Dragon Unterricht setzt sich prinzipiell aus drei inhaltlichen Schwerpunkten zusammen. Diese sind erstens die klassische Kampfkunst, zweitens Selbstbehauptungsbzw. Selbstschutztraining und drittens das Selbstverteidigungstraining. Auf die klassische Kampfkunst wird im Rahmen dieser Arbeit nicht weiter eingegangen.

 


4.2. Selbstbehauptungs- bzw. Selbstschutztraining


Im Bereich des Selbstbehauptungs-/Selbstschutztrainings geht es um Konstellationen, bei denen die Kinder von körperlich und i.d.R. auch geistig stark überlegenen Erwachsenen bzw. Kindern und Jugendlichen belästigt werden. Den Schülerinnen und Schülern wird ein Bewegungs-Verhaltens Konzept an die Hand gegeben, dass ohne Tritte und Schläge auskommt. Die oberste Prämisse ist dabei den Sicherheitsabstand einzuhalten und zu vermeiden gepackt und mitgenommen zu werden. Dafür bekommen die Kinder ein strategisches Verhalten vormittelt, das z.B. beinhaltet beim Weglaufen Seitwärtsschritte zu gehen um den Stressor weiter im Blick behalten zu können, stets in Bewegung zu bleiben, Griffe zu verhindern und im Notfall solche ohne Schläge und Tritte lösen zu können, etc. Dieses Bewegungs-Verhaltens-Konzept wird stets in einem kleinen Rollenspiel bzw. beim Nachspielen einer möglichen Situation und nicht zusammenhangsgelöst unterrichtet. Intensives üben mit unterschiedlichen Personen und regelmäßige Wiederholung sind dabei von großer Bedeutung. Außerdem wird der Einsatz der Stimme u.a. mit Standartsätzen wie „Lassen Sie mich in Ruhe!“ oder kurzen prägnanten Wörtern wie „Stopp“ oder „Hilfe“ laut und deutlich geübt und mit den gelernten Aktionen verbunden. Im Rahmen dieses Trainings lernen die Kinder, dass man fremden Erwachsenen nicht helfen muss und Unbekannten keine persönlichen Fragen beantwortet. Außerdem lernen die Kinder durch die Rollenspiele spielerisch verschiedene Tricks und Redewendungen kennen, mit denen feindselig eingestellte Personen versuchen könnten ihr Vertrauen zu erschleichen (z.B. „ich bin der Freund deines Vaters…“, „ich hab da was für dich…“, „deine Mutter hat gesagt, dass…“, etc).

 


4.3. Selbstverteidigungstraining


Unter dem Schlagwort Selbstverteidigung wird in der ML Kampfkunstschule ein bestimmtes körperliches Verhalten trainiert, dass die Kinder bei Auseinandersetzungen und Konflikten mit Gleichaltrigen an den Tag legen können, um sich in eskalierenden Situationen zu schützen. Ein ausführliches verbales Training kommt nach meinem jetzigen Erkenntnisstand an dieser Stelle oft zu kurz, da aus verschiedenen Gründen die Vermittlung von Handtechniken, Beinarbeit, Würfen, Tritten, Schlägen u.ä. im Vordergrund steht. An dieser Stelle könnte ich mir vorstellen auch hier neben den rein körperlichen Inhalten verbale Lösungsstrategien einzuüben und somit die im T&D KungFu vorhandenen Sozialverhaltensaspekte der fünf KungFu Tiere (Kranich, Schlange, Leopard, Tiger und Drache) zu verinnerlichen.

 


4.4. Gewaltpräventionsprogramme im Rahmen des Tiger & Dragon KungFu


Auch im Bereich des Gewaltpräventionstrainings sind meiner Meinung nach die Tiere sehr gut geeignet um abstrakte Eigenschaften, wie z.B. Empathie auf kindgerechte Weise zu vermitteln. Die Schlange steht beispielsweise für Geduld und Aufmerksamkeit. Sie ist sensibel und feinfühlig und spürt wenn es jemanden schlecht geht. Sie kann gut Trost spenden. Die Schlange ist also das Tier, welches uns hilft die Fähigkeit der Empathie zu verdeutlichen. Im KungFu Unterricht wird Empathie bei unterschiedlichen Gelegenheiten thematisiert. Gängige Situationen sind: zwei Kinder haben sich versehentlich verletzt (z.B. beim Fangspielen ineinander gerannt), jemandem geht es bereits vor dem Training nicht gut (z.B. wer kümmert sich heute um XY?), bei Partnerübungen mit Pratzen (z.B. wie feste darf ich Schlagen bzw. Treten, um den anderen nicht zu verletzen), beim Anstellen in einer Reihe (z.B. Vordrängeln, den anderen von hinten schubsen, ungefragt anfassen und festhalten, etc.) und bei Spielen mit Wettkampfcharakter (z.B. beim Drachenball spielen entstehende Konflikte lösen). Die Aufmerksamkeit der Schlange ist auch im Straßenverkehr oder generell, wenn die Schlange alleine unterwegs ist, wichtig. Im Vergleich zum Tiger, der durch seine Kraft und Stärke manchmal zu einem vorschnellen hitzigen Verhalten neigt, findet die Schlange die Strategie mit Ärger und Wut umzugehen und sich zuerst zu beruhigen aus dem FAUSTLOS Konzept sehr gut. Trotzdem hilft uns auch der Tiger mit seinen Durchsetzungsvermögen und seiner Willensstärke in schwierigen Situationen. Der Tiger kann seinen Standpunkt klar kundtun und Grenzen ziehen. Da ich gemerkt habe, dass die Eltern der bei uns trainierenden SchülerInnen mit Problemen auf uns zu kommen, wie das Fallbeispiel Elina gezeigt hat, könnte ich mir eine übergreifende Zusammenarbeit mit Schule, Polizei und Jugendhilfe, wie es im PiTProgramm stattfindet, gut vorstellen. Je mehr Institutionen an einem Strang ziehen und dasselbe postulieren, desto eindeutigere Werte und Richtlinien bekommen die Kinder zu hören. Des Weiteren könnte man somit Widersprüche vermeiden, die die Schülerinnen und Schüler nur unnötige verwirren. Auch das buddY-Programm halte ich als prima Option um beispielsweise die Integration von Neueinsteigern durch eine intensivere Betreuung von bereits fortgeschrittenen Tigers (KungFu SchülerInnen zw. 6-9 Jahren) oder Dragons (KungFu SchülerInnen zw. 9-14 Jahren) zu erleichtern. Es könnte aber auch KungFu-buddYs in den Schulen geben, an denen mehrere KungFu SchülerInnen sind. Zu diesen könnten die Schülerinnen und Schüler z.B. in der Pause gehen, wenn sie Problemen mit anderen Kindern o.ä. hätten.

 


5. Fazit


Bedenken und Meinungen in diesem Feld gibt es viele. So zeigen die einen Studien, dass Kampfspottraining eher die Aggressivität fördert und die anderen das glatte Gegenteil. Im SPIEGEL ONLINE 46/2005 findet man beispielsweise folgenden Artikel: „Kampfsport steigert bei Jugendlichen die Aggressivität. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität im norwegischen Bergen. Psychologin Inger Endresen und ihr Team beobachteten fast 500 Jungs zwischen 11 und 13 Jahren, die mit Sportarten wie Boxen, Ringen oder Karate begonnen hatten. Die Jungs waren streitlustiger als ihre Schulkameraden, stahlen häufiger und schwänzten öfter. Insgesamt errechnete Endresen ein fünfmal schlechteres Sozialverhalten als bei Gleichaltrigen, die Fußball spielten oder anderen Bewegungssport ausübten. Dass Kampfsport eine Anziehungskraft auf Rowdys ausübt, kann nicht alleiniger Grund sein: Die Forscher verglichen das Verhalten der Jungs, bevor sie das Training aufnahmen, mit ihrem späteren - die Aggressivität nahm zu. Verantwortlich dafür macht das Team die mit dem Image dieser Sportarten verbundenen Macho- Attitüden.“19 Einen aktuelleren Bericht fand ich im Springer Medizin vom 08.03.2011 in dem folgendes geschrieben steht:
„Eine deutsche Studie zeigt, dass sportliches Training tendenziell zu einer Abnahme der Gewaltbereitschaft führt, das Selbstbewusstsein erhöht und die emotionale Befindlichkeit verbessert. Karate macht Kinder und Jugendliche nicht aggressiver, sondern hilft gerade schüchternen Burschen.“20 Karate, oder Kampfkunsttraining allgemein scheint demnach – entgegen landläufiger Meinungen – die Gewaltbereitschaft von Kindern und Jugendlichen nicht zu fördern, sondern diese maßgeblich zu mindern. Es ist schwer zu beurteilen warum man zu solch widersprüchlichen Ergebnissen kommt. Meine Erfahrung zeigt, dass sich eher schüchterne Kinder als aggressive in Kampfkunstschulen anmelden und solche, die sich nicht auf die Sache einlassen und lieber hinschlagen wollen sich längerfristig abmelden. Deshalb finde ich die Aussage „Kampfsport steigert die Aggressivität bei Kindern und Jugendlichen“ zu pauschal und genauso aussagekräftig wie „Essen macht dick“. Das wie und was sind nämlich viel entscheidender als der Vorgang des Essens selbst. Das Essverhalten und somit die Körperfülle wird durch das Alltagsverhalten, das Genussverständnis der Person, das soziale Umfeld, etc. beeinflusst. Wieso sollte das bei einem so komplexen Feld wie der Kampfkunst anders sein? Auch hier wirken mehrere Faktoren zusammen, wie z.B. die Gruppe der Menschen, die in diesem Verein/Verband gemeinsam üben, die Einstellung der Trainer, die dahinter stehende Mentalität, Vorbilder, soziale Kontakte und vieles mehr. Ich für meinen Teil halte das Ausüben einer Kampfkunst in vielerlei Hinsicht für eine Bereicherung und bin der festen Überzeugung, dass ich mit dieser Einstellung den Schülerinnen und Schülern die positiven Aspekte des fleißigen und stetigen Trainierens mit auf ihren Lebensweg geben kann.

 

Quellen:

1 Philip Streit, Jugendkult Gewalt. Was unsere Kinder aggressiv macht, Wien: Verlag Carl Ueberreuter, 2010, S.27.


2 Christina Zitzmann, Alltagshelden. Aktiv gegen Gewalt und Mobbing – für mehr Zivilcourage, Schwalbach: Wochenschau Verlag, 2007, S.16.


3 WHO Regionalbüro für Europa: Weltbericht Gewalt und Gesundheit. Zusammenfassung. Kopenhagen, 2003, S.6


4 Klaus Hurrelmann, Gewalt in der Schule. Ursachen, Vorbeugung, Intervention, Weinheim/Basel: Beltz Verlag, 1999, S.12f.

5 www.i-gsk.de/2_1.htm, 16.06.11, 16:30 Uhr

6 Ibid. 

7 Martin Kotzurek, Schulische Gewalt in Hessen. Eine Analyse schulischer Gewaltpräventionsprogramme, Frankfurt: Diplomarbeit, 2010, S.36f. 

8 www.faustlos.de/hpz/aktuelles.asp, 16.06.11, 15:55 Uhr 

9 Manfred Cierpka, FAUSTLOS – Wie Kinder Konflikte gewaltfrei lösen lernen, Freiburg: Verlag Herder, 20054, S.47f.


10 Ibid., S.50. Abbildung 1. Verbreitung des buddY-Programms

11 gud.bildung.hessen.de/Projektbereiche_GuD/Info_buddy/Grundgedanken_buddY.html, 15.06.11, 19:50 Uhr

!2 Abschlussbericht zur Evaluation des Buddy-Landesprogramms in Hessen, S.10, Download hier: http://gud.bildung.hessen.de /Projektbereiche_Gu/Info_buddY/buddY_in_Hessen.html


13 Rolf-Dieter Baer und Christa Kaletsch, „Prävention im Team – ein hessisches Projekt zur Gewaltprävention von Schule, Polizei und Jugendhilfe“, in: Achim Schröder, et al., ed., Handbuch KonfliktundGewaltpädagogik. Verfahren für Schule und Jugendhilfe, Schwalbach: Wochenschau Verlag, 2008. S.175.

14 Ibid., S.178.


15 Ibid., S.177.


16 Ibid., S.179.

17 Ibid., S.182.

19 www.spiegel.de/spiegel/print/d-43103142.html, 20.06.2011, 11:20 Uhr


20 www.springermedizin.at/artikel/21169-karate-mindert-gewaltbereitschaft, 20.06.2011, 11:10 Uhr


6. Literaturverzeichnis


Baer, Rolf-Dieter und Christa Kaletsch, „Prävention im Team – ein hessisches Projekt zur Gewaltprävention von Schule, Polizei und Jugendhilfe“, in: Achim Schröder, et al., ed., Handbuch Konflikt- und Gewaltpädagogik. Verfahren für Schule und Jugendhilfe, Schwalbach: Wochenschau Verlag, 2008. SS.173-183.

Cierpka, Manfred, FAUSTLOS – Wie Kinder Konflikte gewaltfrei lösen lernen, Freiburg: Verlag Herder, 20054.

Gugel, Günther, Handbuch Gewaltprävention II. Für die Sekundarstufe und die Arbeit mit Jugendlichen. Grundlagen – Lernfelder – Handlungsmöglichkeiten, Institut für Friedenspädagogik Tübingen, 2010.


Hurrelmann, Klaus, Gewalt in der Schule. Ursachen, Vorbeugung, Intervention,
Weinheim/Basel: Beltz Verlag, 1999.


Kotzurek, Martin, Schulische Gewalt in Hessen. Eine Analyse schulischer Gewaltpräventionsprogramme, Frankfurt: Diplomarbeit, 2010.


Schick, Andreas, Effektive Gewaltprävention. Evaluierte und praxiserprobte Konzepte für Schulen, Göttingen: Vandenhoeck &Ruprecht, 2010.

Streit, Philip, Jugendkult Gewalt. Was unsere Kinder aggressiv macht, Wien: Verlag Carl Ueberreuter, 2010.


WHO Regionalbüro für Europa: Weltbericht Gewalt und Gesundheit. Zusammenfassung. Kopenhagen, 2003.


Zitzmann, Christina, Alltagshelden. Aktiv gegen Gewalt und Mobbing – für mehr
Zivilcourage, Schwalbach: Wochenschau Verlag, 2007.


Internetquellen:
www.fit-kids.eu 15.06.2011, 16:55 Uhr
www.h-p-z.de 15.06.2011, 17:00 Uhr (FAUSTLOS)
www.balu-und-du.de 15.06.2011, 17:55 Uhr
www.eigenstaendig-werden.de 15.06.2011, 18:00 Uhr
www.praevention-im-team.eu 15.06.2011, 18:10 Uhr
www.pit-hessen.de 15.06.2011, 18:15 Uhr
jugendinfo.de/themen.php/308/1482/fit-for-life.html 15.06.2011, 18:20 Uhr
www.lions-quest.de 15.06.11, 18:25 Uhr
gud.bildung.hessen.de/Projektbereiche_GuD/Info_buddY/index.html 15.06.11, 19:10
Uhr (buddY-Programm)
www.i-gsk.de/2_1.htm, 16.06.11, 16:30 Uhr
www.springermedizin.at/artikel/21169-karate-mindert-gewaltbereitschaft,
20.06.2011, 11:10 Uhr
www.spiegel.de/spiegel/print/d-43103142.html, 20.06.11, 11:20 Uhr
Abbildungsverzeichnis:
Abbildung 1.: www.buddy-ev.de/Buddys_Bundesweit 15.06.11, 20:40 Uhr (Verbreitung des buddY-Programms)

Gewaltprävention - Hilft Kampfsport Gewalt vorzubeugen?

Zum Thema Gewaltprävention an Schulen existiert eine Vielzahl verschiedener Programme. Im folgenden wir ein kurzer Überblick über die 3 wichtigsten Programme an hessischen Schulen gegeben und der Frage nachgegangen ob Kampfsport dabei hilft Gewalt vorzubeugen.